SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis überreichte die Auszeichnung, die vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer verliehen wurde. Mit der Ehrung würdigt das Land Rheinland-Pfalz das jahrzehntelange und außergewöhnliche Engagement Bodes in der Kommunalpolitik sowie seine großen Verdienste um die Erforschung und Bewahrung der regionalen Geschichte.
Willi Bode engagiert sich bereits seit vielen Jahrzehnten für das Gemeinwohl. Im Jahr 1967 trat er in die SPD ein und ist der Partei bis heute verbunden. Ende der 1960er-Jahre übernahm er erste politische Verantwortung im Stadtrat sowie im Verbandsgemeinderat Vallendar. Nachdem er 1972 mit seiner Familie nach Niederelbert gezogen war, wurde er dort 1974 in den Ortsgemeinderat gewählt. Über einen Zeitraum von rund drei Jahrzehnten gestaltete er die kommunalpolitische Entwicklung seiner Heimatgemeinde aktiv mit und arbeitete in verschiedenen Ausschüssen, darunter im Haupt- und Finanzausschuss. Von 1989 bis 1999 trug Willi Bode als Ortsbürgermeister besondere Verantwortung für die Geschicke der Gemeinde Niederelbert. Darüber hinaus engagierte er sich von 1979 bis 1989 im Verbandsgemeinderat Montabaur sowie von 1982 bis 1994 im Kreistag des Westerwaldkreises. Sein kommunalpolitisches Wirken war stets geprägt von Verantwortungsbewusstsein, Weitblick und einer tiefen Verbundenheit zu seiner Heimat.
Neben seinem politischen Engagement hat sich Willi Bode in herausragender Weise der Heimat- und Geschichtsforschung verschrieben. Seit dem Jahr 2000 wirkt er als ehrenamtlicher Ortschronist von Niederelbert. In dieser Funktion hat er zahlreiche Veröffentlichungen zur Orts- und Regionalgeschichte vorgelegt. Dazu zählen unter anderem Werke wie „Niederelbert im Dritten Reich“ mit Biografien der im Krieg gefallenen Bürger, „Die Niederelberter Hausnamen und Spitznamen“ sowie Beiträge zur Geschichte der Pfarrkirche St. Josef und zum historischen Weinbau der Region. Für seine Verdienste wurde er im Jahr 2012 zum Ehrenbürger von Niederelbert ernannt.
Seine Forschungen beschränken sich jedoch nicht allein auf die Geschichte seines Heimatortes. Willi Bode widmet sich ebenso der Erforschung regionaler Themen, etwa dem Bau der Lahntalbahn, der Entwicklung von Wallfahrtsorten oder der Geschichte rund um das Schloss Schaumburg. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement für die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit und des Holocaust. Mit großer Sorgfalt erinnert er an das Schicksal jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger aus der Region. Zahlreiche Veröffentlichungen und Beiträge, darunter auch das Werk „Juden in Cramberg“ (2024), tragen dazu bei, die Erinnerung wachzuhalten und historische Verantwortung sichtbar zu machen. Zudem setzt er sich für Projekte wie die Verlegung von Stolpersteinen sowie für die würdige Gestaltung von Gedenkorten ein.
In seiner Laudatio hob SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis hervor, dass Willi Bodes Wirken weit über das übliche Maß ehrenamtlichen Engagements hinausgehe. Sein Einsatz verbinde kommunalpolitische Verantwortung mit historischer Forschung und einem tiefen Bewusstsein für Erinnerungskultur und gesellschaftliche Verantwortung.

An der Feierstunde nahmen neben Familie, Freunden und langjährigen Wegbegleitern auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft teil. Die Anregung, Willi Bode mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz auszuzeichnen, ging auf Gerhard Wick aus Niederelbert zurück, der bei der feierlichen Übergabe ebenfalls anwesend war.
Mit der Verleihung der Verdienstmedaille wird ein Lebenswerk gewürdigt, das in besonderer Weise vom Einsatz für die Gemeinschaft, von Heimatverbundenheit und von dem Anliegen geprägt ist, Geschichte lebendig zu halten und für kommende Generationen zu bewahren.
